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Fayencemanufaktur Zerbst

"1721 schloss Fürst Johann August von Anhalt-Zerbst mit Johann Caspar Rib und Daniel von Kayck einen Vertrag, um eine Fayencemanufaktur in Zerbst einzurichten. Rib hatte ein für die Fayenciers des 18. Jahrhunderts bezeichnendes Wanderleben hinter sich: Er war vorher in Braunschweig, Bayreuth, Nürnberg, Ansbach und Frankfurt/Main tätig gewesen; seine Lehrzeit hatte er in Delft verbracht. Kayck war als Maler aus Delft über Braunschweig nach Zerbst gekommen. Rib verließ jedoch schon 1723 die Manufaktur, Kayck geriet mit dem 1737 eingestellten Inspektor Johann Christian Bellger in Streit und wird nach 1740 nicht mehr erwähnt. Als Bellger 1758 starb, wurde der Maler Johann Peter Fertsch zum Leiter ernannt. Nun erlebte der Betrieb für kurze Zeit eine wirtschaftliche Blüte. Starke Konkurrenz aus Thüringen und Einfuhrverbote seit den späten 1760er Jahren führten 1799 zur Einstellung der Produktion. In der Folgezeit wurde bis 1861 Steingut hergestellt." (Rudi, Thomas: Europäische Fayencen 17. - 18. Jahrhundert. Bestands- und Verlustkatalog GRASSI Museum für angewandte Kunst Leipzig, Leipzig 2017, S. 178)