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Museum - Naturalienkabinett Waldenburg Siegelerden

Collection: Siegelerden ( Museum - Naturalienkabinett Waldenburg )

About the collection

Die Siegelerden oder Terra Sigillata bestehen aus feinen Tonen, deren Name sich von den darauf aufgebrachten Siegeln ableitet. Als sogenannte Heilerden wurden sie in runde Form gepresst und gegen äußerliche, innere Krankheiten und vor allem Vergiftungen eingesetzt. Etwa Mitte des 16. Jahrhunderts erkannte man die Fähigkeit der mineralischen Gemische, Giftstoffe im Körper zu binden, wenn sie rechtzeitig eingenommen wurden. Das Kurfürstentum Sachsen beschäftigte ab 1709 sogenannte Edelsteininspektoren, die das Territorium nach wertvollen Schmucksteinen absuchen sollten und auch zur Suche nach Heilerden beuaftragt waren. Gefundene Erden wurden - oft sogar vor Ort und ohne separate Aufbereitung - gepresst und gesiegelt. Die hier verpressten Minerale führen dazu, dass die Siegelerden sehr stark hinsichtlich ihrer Farbe variierten. Die Siegelmotive auf der Oberfläche dienten der Authentifizierung der Erden authentifizieren und lassen oft Rückschlüsse auf den Sammler und manchmal auch den Fundort zu.

Die derart in großer Menge gesammelten Siegelerden liessen sie bald zu einem wichtigen Bestandteil barocker Apotheken werden.
Das außergewöhnlich umfangreiche Konvolut von knapp 130 Siegelerden aus der Linck-Sammlung ist eines der bedeutensten Europas. Vergleichbare Bestände finden sich heute etwa in der Sammlung des Residenzschlosses Heidecksburg in Rudolstadt oder im Science Museum in London. Trotz der in der Regel erhaltenen historischen Nummerierung an den Einzelstücken lassen sie sich heute nicht mehr in Gänze der überlieferten Aufstellung im Linck-Index von 1785 zuordnen.

This collection is part of

Linck-Sammlung [127]

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